Das Ende einer Suchaktion, die hoffentlich in den nächsten Tagen und Wochen kein tödliches Ende nimmt.
Bisher konnte die hochgiftigen Monokel-Kobra aus Mülheim nicht gefunden werden. Wie will man auch einen perfekt angepasst Jäger finden, der nicht gefunden werden will.
Den vielen Helfer sei hier kein Vorwurf gemacht! Sie haben, auch wenn ihnen dies vielleicht nicht bewusst war, unter Einsatz ihres Lebens einen Kampf bestritten, den sie nicht gewinnen konnten. Vorwürfe muss man dem Besitzer machen, Vorwürfe muss man dem Gesetzgeber und seiner fahrlässigen Regelung zum Erwerb und zur Haltung von hochgiftigen Tieren machen.
Wie kann einem 19jährigem eine hochgiftige Schlange entlaufen?
Relativ einfach, schicken wir einen kleinen Kevin zu einem Fachhandel. Er soll offen zugeben, dass er noch nie eine Schlange gehalten hat, er keinerlei Ahnung und Qualifikation besitzt.
Jeder Zweite verkauft dem kleinen Kevin die Schlange, die er haben möchte.
Dann muss der kleine Kevin nur noch alle Mieter in der Mehrfamilienwohnung darüber informieren, dass er eine Schlange hält. Wenn er das nicht macht, naja… böser, kleiner Kevin!
Und dann wäre da noch die offizielle Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt. Dazu schickt der kleine Kevin ein amtliches Formular mit einem Foto der Schlange an den Veterinär und hört nie wieder etwas von ihm. Praktisch für jeden der gerne Schlangen oder andere Reptilien halten möchte.
In NRW ist die Haltung von giftigen Tieren uneingeschränkt erlaubt!
Aber wahrscheinlich überlebt die kleine Schlange auch nicht mehr allzu lange, also wovon sollte sie sich auch ernähren
Die Monokelkobra ernährt sich hauptsächlich von Nagetieren (Rodentia), kleineren Kriechtieren (Reptilia)und Lurchen (Amphibia). Sie ist eine typische Lauerjägerin, die blitzschnell zuschlägt, wenn ein Beutetier nah genug herangekommen ist. Sie frisst die Beute aber nicht direkt, sondern wartet bis ihr hoch toxisches Gift Wirkung gezeigt hat. Das Gift schädigt das zentrale Nervensystem, Beutetiere ersticken in der Regel qualvoll. Ist das Beutetier tot, so verschlingt die Monokelkobra es wie alle Schlangen auch mit dem Kopf voran. Nicht selten wagt sich die Monokelkobra auch in die Nähe menschlicher Siedlungen, um dort nach potentieller Beute zu suchen. (Quelle: http://www.tierdoku.com/)
Natürlich wird die Monokelkobra überleben. Schlangen sind hervorragend an ihre Umgebung angepasst, sie sind klein, lautlos und verfehlen ein einmal fokussiertes Ziel nie.
Ganz im Gegensatz zur aktuellen politischen Diskussion. Diese aufkeimende Wählerstimmenfangaktion konzentriert sich auf die gemeine Wahlkampfschlange, nicht weniger harmlos, aber wenigstens nicht so tödlich!
Bleibt doch nur zu hoffen, dass die Schlange vom kleinen Kevin nicht gefallen an den warmen Verstecken der Menschen findet und viel mehr noch, dass die kleine Laura nicht aus Versehen die Schlange provoziert! Dann hat Laura nämlich nur wenige Momente bis die Wirkung des Neurotoxins einsetzt und sie einem Erwachsenen erklären kann, was passiert ist und wie die Schlange aussah und wenn sie dann Glück hat, ist das Gegengift wenigstens in einer umliegenden Klinik vorrätig…
Ja, richtig, wenn man von einer Schlange gebissen wird, sollte man diese am besten direkt einfangen. Kann man nicht eindeutig zuordnen welche Schlangenart es war, kommt der behandelnde Mediziner etwas in schwitzen!
Ich kann erwachsene Menschen, die über das notwendige Wissen und die erforderliche Erfahrung verfügen absolut verstehen, dass sie exotische Tiere halten möchten. Ich wette aber, dass diese Menschen mir Recht geben, dass der Gesetzgeber bei der Regelung zur Haltung und zum Erwerb schlampt.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Monokelkobra nicht auf ihre übliche Größe von 2m heranwächst und den kleinen Kevin sucht, weil er keine Ahnung hatte, wie man ein solches Tier hält und dass sie auch nie den Verkäufer findet, der sie an den kleinen Kevin verkauft hat, weil seine Lieblingsschlange, die Profitschlange ist.
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