Groß hatte man es angekündigt, viel Aufwand würde betrieben, meine Timeline machte mich noch Minuten vorher mehrfach darauf aufmerksam – auf ARD läuft die Facebook Dokumentation.
Die Aufnahme war längst programmiert und bevor Man(n) gestern dem Welt-Ballkünstler in Leverkusen zuschaute, sollte die Doku geguckt werden.
Die Erwartungshaltung war groß, schließlich war es eine öffentlich-rechtliche Dokumentation. Als “Konsument” unterstelle ich dort dem gesetzlich verordnen Bildungsauftrag eine gewisse Qualitätsvermutung, eine tief, detaillierte Recherchewut über ein so relevantes und wichtiges Thema.
Die Erwartung wurde enttäuscht – Tenor der Doku war “Facebook verkauft Daten” – nein echt? Verdienen Zuckerberg und Investoren damit etwas auch noch Geld? Werden daraus etwa auch die Personkosten für alle Mitarbeiter, der Strom und vielleicht sogar das Büro in Hamburg bezahlt? Grausame Wahrheit, das hätte niemand vermutet…
Okay, eigentlich wissen wir es, klar ist es uns bewusst, dass man “people more connected” auch finanzieren muss. Wer behauptet, dass das eine neue Erkenntnis war, lügt (oder ist – sorry – dumm!)
Wo war das Niveau, wo der inhaltliche Mehrwert
Wahrscheinlich konnte man den Tenor in den letzten Monaten in jedem schlecht recherchiertem Käseblatt lesen. Von öffentl.-rechtl. Medien hätte ich mehr erwartet. Ich hätte erwartet, dass man “Konsumenten” einiges erklärt; Tatsachen nicht pauschalisiert, sondern differenziert betrachtet!
Ein paar Beispiele:
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eine Psychologien gibt zum Besten, dass die Informationen, die Menschen/Nutzer in Social Media Diensten teilen, verkauft werden. Schön wäre gewesen, wenn sie darauf verweist, dass Menschen von ihrer Umwelt wahrgenommen werden wollen, dass sie deshalb Informationen von sich Preis geben, um Feedback aus ihrem Umfeld zu erhalten – nachzulesen bei Markow und u.a. in meiner Diplomarbeit.
Außerdem stellen Soziale Netzwerke eine erhebliche Basis für wissenschaftliche Forschung auch im Bereich des Sozialverhaltens dar – nur mal so…
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der berühmte Cookie wird erwähnt und mit anderen Sachverhalten gemixt. Man kann via Cookie das Surfverhalten ausspähen, krass?!? Das Problem ist die Zuordnung zum jeweiligen Nutzerprofil! Weshalb sich ja auch Bundesdatenschützer zu zweifelhaften Aussagen haben hinreißen lassen. Wieso hat man nicht erklärt, wie es funktioniert und dass man z.B. über gängige Plugins dieses Tracking unterdrücken kann? Und was hatte plötzlich die Anreichung des “geschützten” Facebook Profils damit zu tun? (hää, wer reichert was an?)
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Weshalb erklärt man nicht den Unterschied zwischen einem Facebook Profil, meinen persönlichen Daten und den Clustern/Profilen, die Werbetreibende wirklich interessieren?!?
…
Sorry, aber das war nix
Stets bemüht, mehr war es nicht. Eigentlich sogar nicht mal das, denn anstatt über das Netzwerk und die Geschäftsmodelle von Social Media Diensten (allgemein) aufzuklären, wurde pauschalisiert, dass man Daten verkauft – sorry, spektakulärer aufbereitet und mit mehr Drama wäre es so auch auf RTL2 gelaufen!
Ich weiß auch nicht, wieso man Zuschauer nicht aufklärt und ihnen Tipps gibt, wenn man schon inhaltlich nicht sooo stark unterwegs ist?!?
Was bleibt jetzt vor allem bei Einsteigern und nicht so themenaffinien Menschen hängen – Facebook verkauft Daten… nicht nur Facebook…
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